Wenn ein Baum umzustürzen droht!

Wenn ein Baum im eigenen Grundstück oder auch auf Nachbars Grundstück umzustürzen droht, sollte der Versicherungsnehmer bevor er irgendwelche Handlungen unternimmt, seine Wohngebäudeversicherung oder besser noch,  den zuständigen Versicherungsmakler kontaktieren. Warum? Das erklärt der nachfolgende Fall.

Eine Versicherungsnehmerin hatte Ihre Wohngebäudeversicherung auf Leistung verklagt, nachdem sich diese weigerte die Kosten für eine Baumfällung zu bezahlen. Der Fall lief wie folgt:

 

Nach einem Herbststurm wurde der Baum des Nachbargrundstückes der Klägerin so entwurzelt, dass er in absolute Schieflage geriet und umzustürzen drohte. Wäre der Baum umgestürzt, hätte er das Haus der Versicherungsnehmerin und in diesem Fall der Klägerin, erheblich beschädigt. Deshalb beschloss diese die Lokalbaukommission zu kontaktieren und eine Genehmigung für die Baumfällung zu beantragen. Die Lokalbaumkommission erteilte die Genehmigung aufgrund der bestehenden Gefahrenlage. Nun ließ die Dame den Baum fällen und stellte ihrer Wohngebäudeversicherung die 1.515,47 Euro  für die Baumfällung sowie die 60 Euro für den Bescheid der Lokalbaukommission in Rechnung.  Die Versicherung verweigerte die Leistung mit der Begründung, der Versicherungsfall tritt erst ein, wenn ein Schaden angerichtet wurde. In diesem Fall, wenn der Baum auf das Haus der Klägerin gestürzt wäre. Dann hätte die Wohngebäudeversicherung denn daraus entstandenen Schaden zahlen müssen. Wenn eine  Gefahrenlage wie diese vorliegt, ist noch kein Versicherungsfall gegeben, auch wenn die Lokalbaukommission der Baumfällung zugestimmt hat und eine Gefahrensituation bestätigt hat.

 

Das Amtsgericht München folgte in seiner Urteilsfindung der Begründung der Versicherung. Es verwies auf die Versicherungsrichtlinien in denen u.a. stand: 

 

„Schäden sind ersatzfähig, die dadurch entstehen, dass der Sturm (...), Bäume (...) auf versicherte Sachen wirft…“ 

 

Das war hier nicht der Fall, da noch kein Schaden von dem Baum ausging.

 

Die Versicherung ist generell verpflichtet unmittelbar bevorstehende Schäden zu vermeiden, jedoch bei einem Baum in Schieflage ist nach Auffassung des Münchner Amtsgerichtes noch nicht von einem unmittelbar bevorstehenden Schaden auszugehen.

 

(Münchner Amtsgericht Az: 155 C 510/17).