Was kostet die Pflege von Angehörigen?

Dank der Pflegereform werden durch die neuen Einstufungen bei Pflegebedürftigen mehr Pflegefälle differenziert und vor allem auch psychisch bedingte Krankheitsbilder berücksichtigt. Es gibt auch insgesamt mehr Geldleistungen für Pflegebedürftige, so dass eine Haushaltshilfe oder ein Angehöriger generell mit einer Besserung der Situation rechnen kann.

Sieht man sich jedoch eine Befragung von Pflegehaushalten durch die Hans Böckler Stiftung (versicherungsjournal.de vom 21.06.2017) an, so entsteht die Frage, ob bei häuslicher Hilfe durch Angehörige, bisher von völlig falschen Voraussetzungen und Umständen ausgegangen wurde.

 

Über 1000 Pflegehaushalte in Deutschland wurden von November 2015 bis Juni 2016 befragt. Hier ging es vor allem um die Zustände und finanziellen Situationen bei der Pflege durch Angehörige. Dabei kam durch die Befragung heraus, dass in 29% der Fälle die Hauptpflegeperson die Tochter ist. 26% der Pflegebedürftigen werden von der Ehefrau und 22% vom Ehemann versorgt. 10% macht der Anteil der Hilfe durch den Sohn aus. Die pflegenden Kinder sind im Durchschnitt 58 Jahre alt, die Ehepartner ca. 76 Jahre alt. Was den Zeitaufwand für die Pflege anbelangt, so berichten die Befragten, dass dies einer Vollzeitbeschäftigung gleichkommt. Je höher die Pflegestufe ist, desto höher sind auch die Kosten für Medikamente, professionelle Hilfe, Therapien, u.a. Bis dato blieben den Angehörigen als Hauptpflegeperson 42€ als Aufwandentschädigung übrig und rechnet man das bei ca. 200 Stunden Einsatz auf einen Stundenlohn, so kamen an die 20 Cent heraus. 

 

Mit dem neuen Pflegestufen werden auch neue Geldleistungen bewilligt. Sie beginnen mit 123€ bei Pflegestufe 0 und reichen bis zu 901€ bei Pflegestufe 5. Für stationäre Pflegekosten werden bis zu 2005€ von der Pflegeversicherung geleistet.  

 

Der Aufenthalt in einem Pflegeheim liegt jedoch meist höher, als der Eigenanteil in der jeweiligen Pflegestufe ausmacht. In Sachsen-Anhalt kann ein Pflegeheim um die 2.800€ pro Monat kosten, in Nordrhein-Westfalen hingegen liegen die monatlichen Kosten bei ca. 4000€. Aus diesem Grund ist eine rechtzeitige Vorsorge durch eine zusätzliche private Pflegeversicherung die die Kostendifferenz decken soll, ratsam. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Versicherungsmakler München.