Agrarversicherungen melden Millionenschäden durch frostiges Aprilwetter

Nächtliche Minustemperaturen bescherten Landwirten und Winzern erhebliche Schäden und Frostausfälle. Trotz der immer wiederkehrenden Wetterkapriolen werden Versicherungen gegen Spätfrost noch zu selten abgeschlossen.

In diesem Jahr fiel der Frostschaden besonders groß aus, denn der Monat März war besonders warm. Seit der ersten Wettermessung aus dem Jahre 1881 war der März in diesem Jahr der wärmste überhaupt. Das hatte zur Folge, dass bei Obst und Wein Blüten und Kulturen schon ausgetrieben sind. Somit waren die noch empfindlichen jungen Triebe den danach folgenden Temperaturstürzen schutzlos ausgesetzt. In der Nacht vom 20.April auf 21.April ergab sich dann ein Temperatursturz, durch den Obstbauern und Winzer Frostschäden zu verzeichnen hatten. Auch in anderen Ländern wie Österreich, Schweiz, Norditalien und Polen wurden große Schäden in Millionenhöhe gemeldet. Da stellt sich die Frage, ob der Klimawandel für diese Schäden in Frage kommt oder ob das unbeständige Frühlingswetter seit jeher als Risikofaktor einzukalkulieren ist.

 

Martin Heiß, Leiter Schadenaußendienst der MMA (Münchner und Magdeburger Agrarversicherung) gab kürzlich in einem Interview zur Kenntnis, dass obwohl einige Frostschutzmaßnahmen getroffen wurden, wie z.B. das Einsetzen von Strohfeuern und Frostkerzen, die jüngsten Frostschäden auf diese Weise nicht aufgehalten werden konnten. Allerdings muss erst die komplette Saison abgewartet werden, um den definitiven Schaden durch die kalten Apriltage auszumachen.

 

In der Landwirtschaft herrscht in Sachen Frostschaden Versicherung immer noch Nachholbedarf. Allerdings können sich bisher nur Winzer und Landwirte bei der Bestellung von Erdbeerfeldern versichern. Bei anderen Obstkulturen ist dies nicht der Fall. Hier ist daher immer noch auf Staatshilfe zu hoffen.

 

Weitere Informationen zu Versicherungen gegen Frostschäden erteilt das Team von Versicherungsmakler München.