Was tun nach einem Verkehrsunfall?

Weil ein Autofahrer seine Versicherung nach einem erlittenen Schaden am Auto nicht umgehend informiert hat, musste dieser eine Menge Ärger einstecken und gerichtliche Instanzen beschreiten, um  eine Schadensregulierung zu erhalten.

Ein Porschefahrer geriet mit seinem Wagen bei Regen ins Schleudern und tuschierte dabei die Leitplanke der Straße. Als er zum Stehen kam, inspizierte er sein Auto und die Leitplanke gegen die er gefahren war. Nachdem der Fahrer einen erheblichen Schaden an seinem Wagen aber keinen Schaden an der Leitplanke feststellte, kehrte er zu seinem Wagen zurück und fuhr erst einmal ins Büro. Von da aus rief er seine Versicherung an und meldete den Schaden an seinem Auto. 

 

Danach ließe er den Wagen reparieren. Die Kosten betrugen an die 10.000,00 Euro. Die Selbstbeteiligung der Versicherung betrug 500,00 Euro.  Nun schickte der Fahrer die Reparaturrechnung an die Versicherung mit der Bitte um Schadensregulierung. Die Versicherung lehnte ab. Begründung: Es ist die Pflicht des Versicherungsnehmers den Unfall vor Verlassen des Unfallortes an die Versicherung zu melden und über den gesamten Unfallverlauf wahrheitsgemäß zu berichten, mit Zeugenaufnahmen, Unfallfotos und auch Verständigung der Polizei. Somit liegt eine Obliegenheitsverletzung des Versicherungsvertrages vor und deshalb wird der Schaden am Wagen nicht erstattet.

 

Es kam zum Rechtsweg und in der Erstinstanz wurde der Versicherung Recht zugesprochen. In der Revisionsinstanz allerdings entschied das OLG Hamm zugunsten des Porschehalters. Begründung:  das unerlaubte Entfernen von einem Unfallort nach § 142 StGB wäre eine Obliegenheitsverletzung des Versicherungsvertrages  nur dann, wenn ein Verstoß gegen dieses Gesetz vorgelegen hätte. Ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort liegt dann vor, wenn ein Fremdschaden verursacht wurde und dann der Unfallort verlassen wurde. Hier hat der Unfallverursacher die Leitplanke inspiziert und keinen Fremdschaden festgestellt. Hinzu kommt, dass die Versicherung auch kein Beweisfoto über die Leitplanke verlangt hat. Somit liegt keine Obliegenheitsverletzung des Vertrages vor. Nachdem der Fahrer gleich nach Beendigung seiner Fahrt die Versicherung angerufen hat und aus rechtlicher Sicht kein vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Wille zur Entfernung des Unfallortes ersichtlich ist, wurde hier dem Fahrer Recht zugesprochen. Somit musste die Versicherung den Schaden am Auto zahlen.

 

Insgesamt gilt festzustellen, dass gerade bei Schadenmeldungen mit äußerster Korrektheit und Genauigkeit vorzugehen ist. Das Team von Versicherungsmakler München steht dem Kunden deshalb nicht nur bei der Suche nach der besten Versicherung zur Seite, sondern ist auch für den Schadenfall der sicherste Ansprechpartner. Wir empfehlen immer wieder unseren Kunden auch proaktiv auf uns zuzugehen, wenn immer sich Fragen aus diesem Themenbereich ergeben.

 

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